Kampf dem plötzlichen Herztod

Am plötzlichen Herztod sterben jedes Jahr ungefähr 100.000 Menschen in Deutschland. Das muss nicht sein. Durch die Deutsche Herzstiftung initiiert, hielt der Kardiologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik III im GLG Werner Forßmann Klinikum Eberswalde Dr. med. Stefan Hoffmann am 03.11.2019 einen Vortrag zum Thema: Kampf dem plötzlichen Herztod. So geht’s!

Es hatte schon einen fast familiären Charakter, als Dr. Hoffmann die Zuhörer im gefüllten Vortragssaal des Paul-Wunderlich-Hauses in Eberswalde begrüßte. Es war spürbar, dass er viele der Anwesenden persönlich kannte. Er ließ seinen Blick durch den Raum schweifen und begrüßte die Gäste aus Eberswalde, Britz, Chorin … . Er hatte noch nicht geendet, da meldeten sich Teilnehmer mit dem Hinweis, dass sie sogar bis aus Schwedt angereist sind. So erweiterte er seine Begrüßung auf die anwesenden Barnimer und Uckermärker.

Dr. med. Hoffmann vom Werner Forßmann Krankenhaus hält den Vortrag
Foto: Buhl-Perko

In seinem Vortrag zum plötzlichen Herztod ging Dr. Hoffmann auf die vielfältigen Ursachen und Beschwerdebilder der Herzerkrankungen ein. Thematisiert wurden zum Beispiel Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien), elektrische Erkrankungen (Ionenkanalerkrankungen) oder auch Herzmuskelentzündungen (Myokarditis). Für die betroffene Patienten waren diese Erläuterungen sehr aufschlussreich, denn in einer normalen Sprechstunde können solche vielfältigen Informationen in dieser Tiefe und mit den begleitenden visuellen Darstellungen nicht gegeben werden.

Der plötzliche Herztod (PHT) oder auch Sudden Cardiac Death (SCD).

Dr. Hoffmann erklärt die Definition: „Tritt bei einer scheinbar gesunden Person innerhalb einer Stunde seit dem Auftreten der Symptome (das können plötzliche Atemnot, Brustschmerz oder auch Schwindel sein) der Tod auf Grund kardialer Ursache ein, wird dies plötzlicher Herztod genannt. In Fällen, bei denen es keine Zeugen gibt, die betroffene Person jedoch mindestens 24 Stunden vor Todeseintritt bei guter Gesundheit war, werden ebenfalls als PHT bezeichnet.“

Eine der häufigsten Ursachen des plötzlichen Herztodes ist das Herzkammerflimmern. Dieses kann zum Beispiel durch einen Herzinfarkt, aber auch durch die oben genannten Erkrankungen ausgelöst werden. Dr. Hoffmann erläuterte, wie sich dadurch die Pumpleistung des Herzens plötzlich und dramatisch verringert. Das Herzkammerflimmern ist im Elektrokardiogramm (EKG) gut zu erkennen. Wie das Herzkammerflimmern nach ungefähr 6 Minuten Dauer zum Herztod führte, wurde am Beispiel des Langzeit-EKG eines Patienten erläutert. Patienten, bei denen bestimmte Erkrankungen des Herzens bereits zu Herzkammerflimmern führte oder auch führen können, kann ein Defibrillator implantiert werden. Dieser gibt im Notfall einen elektrischen Impuls ab und unterbricht damit das gefährliche Herzkammerflimmern. Besonders beeindruckend war der Filmausschnitt eine Fußballspieles. Ein Spieler, der gerade über den Platz lief, fiel plötzlich um und blieb reglos liegen. Als die anderen Spieler hinliefen, um zu helfen, ging ein kurzes, heftiges Zucken durch seinen Körper und kurze Zeit darauf stand er auf. Er hatte ein Herzkammerflimmern, welches durch seinen eingebauten Defibrillator beendet wurde und ihn vor dem Herztod rettete.

Der plötzliche Herztod kann verhindert werden.

Thomas Willy vom Rettungsdienst Barnim demonstriert die richtige Herzdruckmassage
Foto: Buhl-Perko

Herr Thomas Willy vom Rettungsdienst Barnim übernahm den Reanimierungskurs mit praktischen Übungen. Es gibt in Deutschland jährlich ungefähr 60.000 Fälle, in denen beim Auftreten eines Herzkammerflimmerns andere Personen anwesend sind. Bei nur ungefähr 5.000 Fällen werden die anwesenden Personen aktiv und retten somit das Leben der Betroffenen. Kommt durch das Herzkammerflimmern der Blutfluss zum Gehirn zum erliegen, hat das dramatische Konsequenzen. Jede Minute gehen ungefähr 10% der Gehirnzellen zu Grunde. Oft werden die anwesenden Personen nicht aktiv, da sie fürchten, etwas falsch zu machen oder lieber auf den Rettungsdienst warten. Die Folge ist der plötzliche Herztod. Willy erklärt, warum das Abwarten so schädlich für den Betroffenen ist. Der Rettungsdienst Barnim kommt innerhalb von 15 Minuten. Schon bei einer Wartezeit von 5 Minuten ist damit zu rechnen, dass 50% der Hirnzellen geschädigt sind. Es gilt also: Schnell und überlegt handeln. Es kann so einfach sein. An Hand eines Dummys führt Willy die Reanimation vor: PRÜFEN, RUFEN, DRÜCKEN. Im Anschluss haben die Zuhörer die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und die Reanimation praktisch zu üben.

Autor: Jörg-Michael Buhl-Perko freier Journalist

Was geschah noch in Erberswalde? Eberswalde for Future

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Eberswalde for Future

Eberswalde for Future, Waldstadt Eberswalde

# Alle fürs Klima war der Aufruf zu einem weltweiten Aktionstag der Fridays for Future Bewegung – und Eberswalde war dabei.

In Eberswalde und weltweit gingen am 20.09.2019 Menschen auf die Straße. Ihr Ziel: Einhaltung des Pariser Abkommens für Klimaschutz und Protest gegen die anhaltende Klimazerstörung. Es sollte auch ein Zeichen an die Politiker und das Klimakabinett sein, welches am gleichen Tage tagte. Aber auch die aktuelle Stadtentwicklung, zum Beispiel die geplante Bebauung Friedrich Ebert Straße Süd, ist ein Thema. Nennt sich die Stadt zu recht “Waldstadt Eberswalde”?

In Eberswalde versammelten sich die Teilnehmer am Bahnhofsvorplatz, an dem auch die Eröffnungsveranstaltung stattfand. Nicht jeder Bürger der Stadt hat für die Bewegung Verständnis. So äußerte eine Passantin auf der Bahnhofsbrücke: „Langsam übertreiben sie. Sie sollen doch lieber in die Schule gehen. Es ändert sich ja sowieso nichts.“ Die Demonstranten sehen es jedoch ganz anders. „Wir demonstrieren, bis ihr handelt“. Selbst der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse des Klimakabinetts, dass die Fridays for Future die Politiker aufgerüttelt haben und die Bundesregierung nun in der Pflicht steht, aktiv Änderungen für einen besseren Klimaschutz einzuleiten.

Die Teilnehmer des Aktionstages geben mit ihren Plakaten kund, was sie von der aktuellen Politik halten. „Wäre das Klima eine Bank, hättet ihr es längst gerettet“ oder auch „Klimakabinett Plan 40 Mrd für 4 Jahre, Militärhaushalt 44 Mrd allein für 2020! Für den Krieg ist immer Geld da, jede Menge“. Die Politiker sind aufgefordert, in naher Zukunft ihre Prioritäten zu ändern und noch viel mehr für den Klimaschutz zu tun.

Die Demonstranten beschäftigt auch der Gedanke, was kann in Eberswalde konkret für mehr Umweltschutz getan werden. Ganz aktuell ist die Diskussion, wie viel Stadtgrün kann oder soll sich eine Stadt wie Eberswalde leisten. Konkret geht es um den Bebauungsplan Friedrich Ebert Str. Süd. Hier soll nach Plänen des Investors eine gemischte Wohn- und Geschäftsbebauung entstehen. Die historische Bebauung an dieser Stelle wurde im II. WK zerstört. An ihrer Stelle entstand im Laufe der Jahre straßenbegleitend eine Grünfläche mit Baumbestand, eine grüne Oase in der Stadt. Wie sind hier die Prioritäten zu setzen? Stadtbebauung oder Stadtgrün?

Der Klimawandel führt bereits jetzt verstärkt zu heißen Sommern mit Hitzetagen um die 38 Grad. Die Städte heizen sich durch fehlende Grünflächen immer weiter auf. Und hier, Eberswalde nennt sich “Waldstadt Eberswalde”, soll nun eine für das Stadtklima wichtige Grünfläche bebaut und versiegelt werden. Ist eine Bebauung an dieser Stelle wirklich notwendig? In unmittelbarer Nähe in der Eisenbahnstraße sind noch Gewerbeimmobilien frei. Und auch Wohnraum ist bereits vorhanden, nur müssen die alten Immobilien noch saniert werden. Die Teilnehmer von Fridays for Future Eberswalde werden dies nicht so hinnehmen und sich für den Erhalt dieses Biotops einsetzen.

Die Demonstranten zogen durch die Eberswalder Stadt vom Bahnhof über den Marktplatz bis zum Kirchhang an der Maria Magdalenen Kirche. Hier fand dann noch die Abschlusskundgebung statt.

Autor: Jörg-Michael Buhl-Perko freier Journalist

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