Eberswalde for Future

Eberswalde for Future, Waldstadt Eberswalde

# Alle fürs Klima war der Aufruf zu einem weltweiten Aktionstag der Fridays for Future Bewegung – und Eberswalde war dabei.

In Eberswalde und weltweit gingen am 20.09.2019 Menschen auf die Straße. Ihr Ziel: Einhaltung des Pariser Abkommens für Klimaschutz und Protest gegen die anhaltende Klimazerstörung. Es sollte auch ein Zeichen an die Politiker und das Klimakabinett sein, welches am gleichen Tage tagte. Aber auch die aktuelle Stadtentwicklung, zum Beispiel die geplante Bebauung Friedrich Ebert Straße Süd, ist ein Thema. Nennt sich die Stadt zu recht “Waldstadt Eberswalde”?

In Eberswalde versammelten sich die Teilnehmer am Bahnhofsvorplatz, an dem auch die Eröffnungsveranstaltung stattfand. Nicht jeder Bürger der Stadt hat für die Bewegung Verständnis. So äußerte eine Passantin auf der Bahnhofsbrücke: „Langsam übertreiben sie. Sie sollen doch lieber in die Schule gehen. Es ändert sich ja sowieso nichts.“ Die Demonstranten sehen es jedoch ganz anders. „Wir demonstrieren, bis ihr handelt“. Selbst der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier äußerte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse des Klimakabinetts, dass die Fridays for Future die Politiker aufgerüttelt haben und die Bundesregierung nun in der Pflicht steht, aktiv Änderungen für einen besseren Klimaschutz einzuleiten.

Die Teilnehmer des Aktionstages geben mit ihren Plakaten kund, was sie von der aktuellen Politik halten. „Wäre das Klima eine Bank, hättet ihr es längst gerettet“ oder auch „Klimakabinett Plan 40 Mrd für 4 Jahre, Militärhaushalt 44 Mrd allein für 2020! Für den Krieg ist immer Geld da, jede Menge“. Die Politiker sind aufgefordert, in naher Zukunft ihre Prioritäten zu ändern und noch viel mehr für den Klimaschutz zu tun.

Die Demonstranten beschäftigt auch der Gedanke, was kann in Eberswalde konkret für mehr Umweltschutz getan werden. Ganz aktuell ist die Diskussion, wie viel Stadtgrün kann oder soll sich eine Stadt wie Eberswalde leisten. Konkret geht es um den Bebauungsplan Friedrich Ebert Str. Süd. Hier soll nach Plänen des Investors eine gemischte Wohn- und Geschäftsbebauung entstehen. Die historische Bebauung an dieser Stelle wurde im II. WK zerstört. An ihrer Stelle entstand im Laufe der Jahre straßenbegleitend eine Grünfläche mit Baumbestand, eine grüne Oase in der Stadt. Wie sind hier die Prioritäten zu setzen? Stadtbebauung oder Stadtgrün?

Der Klimawandel führt bereits jetzt verstärkt zu heißen Sommern mit Hitzetagen um die 38 Grad. Die Städte heizen sich durch fehlende Grünflächen immer weiter auf. Und hier, Eberswalde nennt sich “Waldstadt Eberswalde”, soll nun eine für das Stadtklima wichtige Grünfläche bebaut und versiegelt werden. Ist eine Bebauung an dieser Stelle wirklich notwendig? In unmittelbarer Nähe in der Eisenbahnstraße sind noch Gewerbeimmobilien frei. Und auch Wohnraum ist bereits vorhanden, nur müssen die alten Immobilien noch saniert werden. Die Teilnehmer von Fridays for Future Eberswalde werden dies nicht so hinnehmen und sich für den Erhalt dieses Biotops einsetzen.

Die Demonstranten zogen durch die Eberswalder Stadt vom Bahnhof über den Marktplatz bis zum Kirchhang an der Maria Magdalenen Kirche. Hier fand dann noch die Abschlusskundgebung statt.

Autor: Jörg-Michael Buhl-Perko freier Journalist

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